Die Inflation in der Eurozone ist im April auf 3,0 Prozent gestiegen und liegt damit deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Trotz dieser Entwicklung hält die Notenbank ihre Leitzinsen vorerst stabil und verzichtet auf eine sofortige Zinserhöhung.

Als Haupttreiber der Teuerung gelten die stark gestiegenen Energiepreise, die sich um 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr verteuerten. Diese Preissteigerungen stehen im direkten Zusammenhang mit den Konflikten im Nahen Osten, insbesondere dem Iran-Krieg, der die Energiemärkte unter Druck setzt.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde begründete die abwartende Haltung der Zentralbank in einer Live-Übertragung. Die Notenbanker im EZB-Rat zeigen sich trotz der steigenden Inflationsrate nicht in Eile, die Geldpolitik zu straffen. Sie beobachten zunächst die weitere Entwicklung der Preise, bevor sie über mögliche Zinsanpassungen entscheiden.

Die aktuelle Inflationsrate markiert den höchsten Stand seit Anfang 2024 und verstärkt die Sorge, dass sich die höheren Preise dauerhaft in der Wirtschaft festsetzen könnten.