Die EU verschärft ihre Regeln für Verpackungen. Seit heute gilt die neue EU-Verpackungsverordnung – ein 124-seitiges Dokument mit 71 Artikeln, das den Verpackungsmüll in Europa deutlich reduzieren soll. Das übergeordnete Ziel: Bis 2030 sollen nahezu alle Verpackungen recycelbar sein.

Konkret bringt der heutige Tag zwei Neuerungen. Erstens gelten für Lebensmittelverpackungen neue Grenzwerte für PFAS – künstlich hergestellte Chemikalien, die in der Umwelt kaum abgebaut werden und Krebs sowie Leberschäden verursachen können. Zweitens ändern sich die Zuständigkeiten der Unternehmen: Wer welche Informationen zu Verpackungen bereitstellen muss, ist neu geregelt. Naturschützer bezeichnen die Verordnung als Meilenstein; die Industrie sieht das anders.

Christoph Petri, Referatsleiter für Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer, kritisiert die Komplexität: „Das ist von der Komplexität her einfach zu sperrig." Er bekomme täglich Anfragen verunsicherter Unternehmen und plädiert dafür, die Umsetzung zu pausieren. Die heutigen Änderungen sind dabei erst der Anfang – weitere Regeln folgen in den kommenden Jahren.