Die geplante Elterngeldreform bringt dem Bundeshaushalt womöglich deutlich weniger als erhofft. Das zeigt eine Studie der ifo Niederlassung Dresden. Das Bundesfamilienministerium rechnet für den Zeitraum November 2027 bis Ende 2030 mit Einsparungen von rund 1,6 Milliarden Euro. Die ifo-Berechnungen kommen dagegen auf maximal 880 Millionen Euro – und das nur unter einer Bedingung: Der Anteil der Väter, die Elterngeld beziehen, darf nicht weiter steigen.

Genau das ist das Problem. Väter erhalten im Schnitt mehr Elterngeld als Mütter, deshalb schrumpft die Ersparnis mit jedem zusätzlichen Vater. Steigt der Väteranteil jährlich um zwei Prozentpunkte, sinkt die Ersparnis auf 311 Millionen Euro. Ab einem Plus von rund 3,1 Prozentpunkten pro Jahr spart der Staat gar nichts mehr. Ifo-Forscherin Kyra Puteanus bringt es auf den Punkt: Sparziel und stärkere Väterbeteiligung stehen sich direkt im Weg.

Der Reformentwurf sieht vor, die Bezugsdauer von 14 auf 12 Monate zu kürzen. Je drei Monate werden dabei für jeden Elternteil reserviert, sechs weitere können die Partner frei aufteilen. Gleichzeitig steigen Mindest- und Höchstbetrag leicht an.