Deutschlands Straßen rollen immer mehr Elektroautos – und das kostet den Staat viel Geld. Wer ein E-Auto fährt, zahlt keine Energiesteuer auf Kraftstoff, die sonst bei jedem Tankvorgang anfällt. Gleichzeitig sind reine Elektroautos, die bis Ende 2030 erstmals zugelassen werden, für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit – maximal bis Ende 2035. Danach gilt ein reduzierter Satz von 50 Prozent.
Verkehrswissenschaftler Gernot Sieg von der Universität Münster warnt: Ohne eine Reform des Abgabesystems werden sich die realen Gesamteinnahmen aus dem Pkw-Verkehr bis 2050 gegenüber 2025 ungefähr halbieren. Straßen, Brücken und Tunnel müssen aber unabhängig vom Antrieb der Fahrzeuge finanziert werden.
Gleichzeitig wächst die E-Auto-Nachfrage spürbar. Auf dem Gebrauchtmarkt stieg der Anteil der Elektroautos an allen Besitzumschreibungen laut Kraftfahrt-Bundesamt von 3,9 Prozent im Vorjahr auf 5,3 Prozent im August.
E-Auto-Boom lässt Milliarden an Steuereinnahmen wegfallen
Warum das wichtig ist
Wer heute ein Elektroauto kauft, zahlt bis zu zehn Jahre keine Kfz-Steuer – profitiert also kurzfristig, während die Frage, wer künftig Straßen und Brücken finanziert, politisch noch ungelöst ist.