Knapp drei Kilometer vom Tatort entfernt haben Kriminaltechniker eine Antenne in einem Baum am nördlichen Rand des Leipziger Flughafens entdeckt. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie beim Drohnenangriff vom 4. August auf ukrainische Antonow-Frachtmaschinen eingesetzt wurde – zur Steuerung oder Signalverstärkung.
Seit Dienstagmittag durchsuchen Polizeibeamte, Spürhunde und Spezialisten in Schutzanzügen ein Waldstück nördlich des Flughafens. Drohnen-Experte Christian Kaiser erklärt, dass 5G-Antennen – wie sie bereits an einer der Drohnen gefunden wurden – als Signalverstärker dienen können. Konkret heißt das: Ein Pilot kann per Laptop oder Smartphone mehrere Drohnen gleichzeitig steuern, ohne sich in unmittelbarer Nähe aufhalten zu müssen. Die Bundesanwaltschaft hat den Fall wegen seiner besonderen Bedeutung übernommen. Sie stuft den Vorfall als schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur Deutschlands ein, der geeignet sei, die innere und äußere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen.
Sicherheitsexperten aus ganz Europa melden sich seitdem bei Drohnenabwehr-Spezialisten – ein Zeichen, wie stark der Anschlag die Branche aufgeschreckt hat.
Drohnenangriff Leipzig: Ermittler finden Antenne im Waldstück
Warum das wichtig ist
Der Angriff zeigt, dass deutsche Flughäfen mit handelsüblicher 5G-Technik aus großer Distanz angreifbar sind – ohne dass Täter vor Ort sein müssen.