Die Dieselpreise in Europa stehen unter Druck – und das dürfte vorerst so bleiben. Sarah Raffoul, Senior-Analystin für Ölprodukte beim Energiedaten-Anbieter Argus Media, rechnet mit anhaltend hohen Preisen beim Diesel. Als zentralen Grund nennt sie zunehmende Störungen in russischen Raffinerien durch ukrainische Drohnenangriffe, die die globale Dieselversorgung belasten.

Das Kernproblem liegt laut Experten nicht beim Rohöl, sondern bei den Raffineriekapazitäten – also den Anlagen, die Rohöl zu Kraftstoff verarbeiten. Während russische Produktionskapazitäten wegbrechen, haben sich die Treibstoffvorräte in Europa zuletzt deutlich geleert. Die Bank Morgan Stanley warnte bereits vor einem möglichen Diesel-Engpass; die Bestände könnten auf ein mehrjähriges Tief fallen.

Gleichzeitig weichen immer mehr Autofahrer ins Ausland aus. An Tankstellen im tschechischen Ústí nad Labem berichten Fahrer von Ersparnissen von 50 bis 60 Cent pro Liter Super E10 gegenüber deutschen Preisen. Für Diesel zahlen sie dort rund 1,55 Euro – statt etwa 2,20 bis 2,30 Euro in Dresden.