Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat vier ehemalige Commerzbank-Mitarbeiter wegen schwerer Steuerhinterziehung angeklagt. Die Männer sollen durch Cum-Ex-Aktiendeals im Jahr 2008 einen Steuerschaden von mehr als 20 Millionen Euro verursacht haben.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um zwei Briten (66 und 59 Jahre alt), einen 61-jährigen Deutschen und einen 60-jährigen US-Amerikaner. Zwei von ihnen arbeiteten damals in Frankfurt, zwei in London. Laut Staatsanwaltschaft haben sie die Geschäfte gemeinsam entwickelt, genehmigt und umgesetzt. Cum-Ex-Deals funktionierten so: Beteiligte schoben Aktien rund um den Dividendenstichtag hin und her – mal mit, mal ohne Ausschüttungsanspruch – und ließen sich Steuern erstatten, die nie gezahlt worden waren. Dem Fiskus entstand dadurch insgesamt ein Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe. Der Bundesgerichtshof stufte solche Geschäfte 2021 als Steuerhinterziehung ein.

Die Commerzbank selbst ist nicht verfahrensbeteiligt. Die Frankfurter Behörde hat im Cum-Ex-Komplex bisher sieben Anklagen erhoben und zwölf Personen verurteilt. Gegen 39 weitere Beschuldigte laufen noch Ermittlungen.