Bundesbank-Präsident Joachim Nagel bewertet zwei aktuelle Entwicklungen als positive Signale für die schwächelnde deutsche Wirtschaft: den Waffenstillstand zwischen Iran und den USA sowie das Reformpaket der Rentenkommission. Günstigere Energiepreise seien durch die Einigung möglich, so Nagel gegenüber der Deutschen Presse-Agentur – allerdings werde es noch dauern, bis sich das Öl- und Gasangebot normalisiere. Deshalb bleibe die EZB bereit zu handeln.
Die Europäische Zentralbank hatte zuletzt erstmals seit fast drei Jahren die Leitzinsen angehoben. Der Einlagenzins – also der Zinssatz, den Banken für Guthaben bei der EZB erhalten – stieg auf 2,25 Prozent. Höhere Zinsen verteuern Kredite und bremsen damit die Inflation, belasten aber gleichzeitig das Wirtschaftswachstum.
Beim Thema Rente begrüßt Nagel ausdrücklich die Vorschläge der Rentenkommission. Konkret geht es um die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung, die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente für langjährig Versicherte sowie eine teilweise Kapitaldeckung der Alterssicherung. Nagel drängt darauf, das Gesamtpaket zeitnah umzusetzen.
Bundesbank-Chef Nagel sieht Waffenstillstand und Rentenreform als Konjunkturi...
Warum das wichtig ist
Wer langjährig in die Rentenkasse eingezahlt hat, muss damit rechnen, dass die abschlagsfreie Frührente künftig wegfällt – das Rentenpaket würde das Eintrittsalter an die steigende Lebenserwartung koppeln.