Bauministerin Verena Hubertz (SPD) plant, das Wohngeld ab 2027 drastisch zu kürzen. Laut einem veröffentlichten Gesetzentwurf sparen Bund und Länder gemeinsam rund 1,5 Milliarden Euro – je 738 Millionen Euro pro Seite. Ab 2028 steigt die jährliche Kürzung auf über zwei Milliarden Euro.
Drei Hebel sollen die Einsparungen bringen: Eine geplante Wohngelderhöhung zum 1. Januar 2027 fällt weg, die Heizkostenpauschale wird halbiert, und die Berechnungsformel ändert sich so, dass Haushalte mehr Einkommen angerechnet bekommen – und damit weniger erhalten. Rund ein Drittel der aktuell Berechtigten verliert den Anspruch ganz. Bestehende Bescheide bleiben vorerst gültig; Wohngeld wird in der Regel für zwölf Monate bewilligt, danach muss neu beantragt werden.
Der Entwurf rechnet offen mit Folgekosten: Bis 2029 müssten 164.000 Haushalte auf Grundsicherung oder Sozialhilfe umsteigen, was Bund und Kommunen zusammen rund 754 Millionen Euro zusätzlich kostet. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte Einsparungen von einer Milliarde Euro im Bundeshaushalt gefordert.
Bauministerium kürzt Wohngeld – 1,5 Milliarden Euro weniger ab 2027
Warum das wichtig ist
Wer aktuell Wohngeld bezieht – 2024 waren es 1,2 Millionen Haushalte, darunter 52 Prozent mit Rentnern –, muss beim nächsten Antrag mit deutlich niedrigeren Zahlungen oder dem Wegfall des Anspruchs rechnen.