Ein Jahr nach dem Start des sogenannten Bau-Turbos zieht Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) eine vorsichtig positive Bilanz – doch die Datenlage bleibt dünn. Das Instrument, das seit Oktober 2025 bürokratische Hürden beim Wohnungsbau abbauen und Baugenehmigungen beschleunigen soll, wird von den Kommunen freiwillig genutzt. Wie viele es tatsächlich tun, weiß das Ministerium nicht.

Bei einer Befragung antworteten lediglich 393 der knapp 11.000 deutschen Kommunen – Zahlen, die das Ministerium selbst als nicht repräsentativ einstuft. Immerhin: Das Statistische Bundesamt verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 mehr Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum. Ob der Bau-Turbo dazu beigetragen hat, ist unklar. Hubertz erwartet erste fertiggestellte Wohnungen durch das Programm frühestens 2027.

Der Hintergrund macht den Druck deutlich: 2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – 18 Prozent weniger als im Vorjahr und so wenige wie seit 2012 nicht. Schätzungen zufolge fehlen rund eine Million Wohnungen, besonders in Ballungsräumen. Erschwerend kommen steigende Baukosten hinzu, die Hubertz selbst einräumt: Krieg, Krise und die Zinswende hätten den Bau verteuert.