Bärbel Bas legt ihr Amt als Bundesarbeitsministerin nieder. Die SPD-Politikerin begründete ihren Rücktritt am Montag, dem 12. Oktober, mit dem Tod ihrer Stieftochter – sie brauche Zeit für die Trauer und könne Regierungs- sowie Parteiarbeit derzeit nicht vollumfänglich ausüben. Zugleich nannte sie öffentliche Angriffe aus den Reihen des Koalitionspartners während ihrer Trauerzeit als Mitgrund.

Ihr Nachfolger steht fest: Alexander Schweitzer, 53, bisher Fraktionsvorsitzender der SPD im rheinland-pfälzischen Landtag und früherer Ministerpräsident des Landes. Bundeskanzler Friedrich Merz will ihn noch am selben Tag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Ernennung vorschlagen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßt die Personalie ausdrücklich – mahnt aber gleichzeitig, den Acht-Stunden-Tag und die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren zu erhalten.

Genau dort liegt der Konflikt mit der Union. Schweitzer lehnt selbst eine Übergangsfrist beim Auslaufen dieser Frührente ab – eine Position, die seine Vorgängerin Bas noch als Kompromiss angeboten hatte. Daneben erwartet die Union vom neuen Minister zügige Fortschritte bei Rentenreform, Arbeitszeitgesetz und Fachkräftemigration.