Zum ersten Mal legt Apple offen, wie viel der Konzern in jedem EU-Land verdient und versteuert. Grundlage ist eine neue EU-Richtlinie, die multinationale Unternehmen mit mehr als 750 Millionen Euro Jahresumsatz verpflichtet, ihre Steuerdaten länderbezogen zu veröffentlichen. Bisher flossen diese Zahlen nur vertraulich an die Finanzbehörden.
Für das im September 2025 abgeschlossene Geschäftsjahr weist Apple in Deutschland einen Vorsteuergewinn von 178 Millionen Euro aus, darauf zahlte der Konzern 131,2 Millionen Euro Ertragsteuern. Der Gesamtumsatz der deutschen Einheiten lag bei 2,33 Milliarden Euro. Hierzulande beschäftigt Apple 4.089 Menschen, mehr als 2.000 davon arbeiten als Ingenieure am Münchner „European Silicon Design Center" – Apples größtem Entwicklungsstandort in Europa.
Der mit Abstand größte Steuerposten innerhalb der EU entfiel auf Irland: 14,6 Milliarden Euro. Diese Summe erklärt Apple mit der Auflösung eines Treuhandkontos, das nach dem verlorenen Rechtsstreit mit der EU-Kommission fällig wurde. Im September 2024 hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Irland Apple jahrelang unzulässige Steuervergünstigungen gewährt hatte – Apple musste deshalb 13 Milliarden Euro plus Zinsen nachzahlen.
Apple zahlt 131 Millionen Euro Steuern in Deutschland – erstmals öffentlich
Warum das wichtig ist
Die neue EU-Transparenzpflicht macht erstmals sichtbar, wie viel große Konzerne wie Apple tatsächlich in Deutschland zahlen – und wo der Großteil der Steuergelder innerhalb Europas landet.