CDU/CSU und SPD wollen ab Juli 2027 eine Steuer auf Kunststoffverpackungen einführen. Der Satz: 550 Euro pro Tonne Kunststoff. Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor, der auf einem Beschluss der Bundesregierung vom Juli basiert.
Besteuert werden Kunststoffverpackungen, Folien und Verbundverpackungen – sofern ihr Kunststoffanteil über fünf Prozent liegt. Konkret erfasst das Verschlüsse, Deckel, Kapseln und Transportfolien. Die Abgabe fällt bei Herstellung, Einfuhr oder Verbringen der Verpackungen an. Verpackungen aus recyceltem Kunststoff können auf Antrag ausgenommen werden; Privatpersonen bleiben beim Weiterverkauf steuerfrei.
Die Koalition verfolgt zwei Ziele gleichzeitig: weniger Plastikmüll und mehr Haushaltsgeld. Für das zweite Halbjahr 2027 rechnet sie mit 805 Millionen Euro Mehreinnahmen, ab 2028 mit knapp 1,5 Milliarden Euro jährlich. 2023 fielen rund drei Millionen Tonnen Kunststoffverpackungsabfälle an – genau diese Menge soll die neue Steuer zunächst erfassen. Die Deutsche Umwelthilfe begrüßt den Plan, fordert aber, Mehrwegverpackungen ausdrücklich auszunehmen.
Koalition plant Plastiksteuer: 550 Euro pro Tonne ab Juli 2027
Warum das wichtig ist
Unternehmen, die Produkte in Plastik verpacken, tragen die Steuer direkt – ob sie die Kosten weitergeben, entscheiden sie selbst, was Verbraucher beim Einkauf spüren könnten.