Asiatische Shoppingplattformen wie Temu, Shein und AliExpress haben im zweiten Quartal 2025 ihren Marktanteil im deutschen Onlinehandel auf 5,3 Prozent gesteigert – ein neuer Höchstwert. Das meldet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh). Gegenüber dem Vorjahreszeitraum legten die Plattformen damit um mehr als 20 Prozent zu; der Gesamtmarkt wuchs im selben Zeitraum nur um 5,1 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich der Trend im Modebereich: Mehr als 16 Prozent aller Online-Modekäufe entfallen inzwischen auf diese Anbieter. Bevh-Vize Martin Groß-Albenhausen nennt niedrige Preise als Hauptgrund für den Erfolg. Trotz einer neuen EU-Zollregel, die seit dem 1. Juli auch für Bestellungen unter 150 Euro eine Pauschale von 3 Euro pro Warengruppe vorsieht, erwartet der Verband kaum Bremswirkung – die Plattformen bauen bereits eigene Lagerstrukturen in Europa auf.

Gleichzeitig bleibt die allgemeine Kauflaune in Deutschland gedämpft. Das Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE), für das monatlich 1.600 Haushalte befragt werden, zeigt zwar einen leichten Aufwärtstrend, das Niveau insgesamt ist jedoch weiterhin niedrig.