Der Brent-Rohölpreis ist am Donnerstag um knapp vier Prozent auf 101,50 Dollar je Barrel gestiegen. Auslöser war die Nachricht, dass chinesische Raffinerien ihre Treibstoffexporte im Oktober aussetzen, um heimische Vorräte zu sichern. Der US-Ölpreis legte gleichzeitig um zwei Prozent auf 92,54 Dollar zu.
Der Schritt Chinas trifft einen Markt, der ohnehin unter Druck steht. Weil chinesische Lieferungen wegfallen, müssen Abnehmer weltweit um ein bereits knappes Angebot an raffinierten Produkten konkurrieren – besonders bei Diesel und Kerosin. PetroChina hat dafür mehrere für Oktober geplante Lieferungen dieser Kraftstoffe bereits gestrichen.
Als Gegenmaßnahme wollen die G7-Staaten koordiniert 100 Millionen Barrel Öl und Kraftstoff aus ihren Notfallreserven freigeben. Die Aktion läuft über vier Monate und wird von der Internationalen Energieagentur koordiniert. Einen erheblichen Teil des Diesels sollen die Länder bereits in den ersten 20 Tagen auf den Markt bringen. Unklar bleibt, wie viel davon tatsächlich neu ist – ein Teil könnte auf bereits im März zugesagte Mengen entfallen.
Ölpreis springt über 100 Dollar – G7 öffnen Notfallreserven
Warum das wichtig ist
Schon die Ankündigung der G7-Freigabe drückte die Großhandelspreise für Diesel – wie stark das an deutschen Tankstellen ankommt, ist noch offen.