Die Niederlande schicken den 59-jährigen Ökonomen Klaas Knot ins Rennen um die Nachfolge von EZB-Chefin Christine Lagarde. Finanzminister Eelco Heinen gab die offizielle Nominierung dem Parlament in Den Haag bekannt. Lagarde hatte angekündigt, ihr Amt im Februar vorzeitig aufzugeben – acht Monate vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit.
Knot leitete die niederländische Zentralbank 14 Jahre lang, von Juli 2011 bis Juni 2025. Er steht für eine straffe Geldpolitik: Im EZB-Rat widersetzte er sich offen der zeitweise sehr lockeren Zinspolitik und positionierte sich damit nah an der Bundesbank. Derzeit lehrt er als Honorarprofessor an den Universitäten Groningen und Amsterdam. Als zweiter Favorit gilt der Spanier Pablo Hernández de Cos, der seit Juli 2025 die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel führt – gewissermaßen die Zentralbank der Zentralbanken. Er gilt als Vertreter niedrigerer Zinsen. Auch Bundesbank-Chef Joachim Nagel hat Interesse angemeldet, seine Chancen werden jedoch als gering eingeschätzt.
Die Euroländer müssen ihre Kandidaten bis Freitag nominieren. Die Finanzminister der Euro-Staaten beraten die Vorschläge dann am 9. November.
Niederlande nominieren Knot als Favoriten für EZB-Spitze
Warum das wichtig ist
Wer die EZB führt, entscheidet maßgeblich über Zinsniveau und damit über Kredit- und Hypothekenkosten für Millionen Europäer – Knot steht dabei für höhere Zinsen als sein Mitfavorit Hernández de Cos.