Zwei SPD-Ministerinnen wollen Bauen in Deutschland grundlegend günstiger machen. Justizministerin Stefanie Hubig und Bauministerin Verena Hubertz haben gemeinsam einen Gesetzentwurf vorgelegt, der unter dem Namen „Gebäudetyp E" läuft – das E steht für „einfach".
Der Kern: Wer baut, soll künftig rechtssicher auf Komfortstandards verzichten können, die sich am Markt etabliert haben, aber nicht gesetzlich vorgeschrieben sind. Konkret heißt das: dünnere Decken, weniger Steckdosen oder unbeheizte Treppenhäuser sind möglich – sofern alle Beteiligten das ausdrücklich vereinbaren. Bisher scheuen Planer und Unternehmen solche Abweichungen, weil sie Haftungsrisiken fürchten. Das neue Gesetz ändert das Bauvertragsrecht so, dass diese Unsicherheit entfällt. Wer keine Vereinbarung trifft, baut weiterhin nach den bisherigen Regeln.
Sicherheit bleibt dabei außen vor: Bei Brandschutz, Statik, Belüftung und Licht sind keine Abstriche erlaubt. Ausgewertet Pilotprojekte legen nahe, dass einfacheres Bauen die reinen Gebäudekosten um 10 bis 15 Prozent senken kann.
Neues Gesetz soll Wohnungsbau um bis zu 15 Prozent verbilligen
Warum das wichtig ist
Wer neu baut oder kauft, könnte durch den Verzicht auf Komfortextras – etwa einen Handtuchtrockner im Bad oder höhere Decken – spürbar weniger zahlen, konkret bis zu 15 Prozent weniger auf die Baukosten.