Wer in Deutschland eine Immobilie kauft und selbst darin wohnt, ist steuerlich stark benachteiligt – das zeigt eine neue Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Konkret: Bei einer Metropolenwohnung für 300.000 Euro verliert ein Selbstnutzer gegenüber einem Vermieter innerhalb von 15 Jahren rund 87.000 Euro. Außerhalb der Großstädte beträgt der Nachteil immer noch 40.000 bis 50.000 Euro.
Der Grund liegt im Steuerrecht. Vermieter dürfen ihre Immobilie abschreiben und Kosten wie Kreditzinsen sowie Instandhaltung steuerlich geltend machen – Selbstnutzer nicht. Deshalb erzielen Vermieter in dem Beispiel eine Kapitalrendite von fast neun Prozent, Selbstnutzer nur sechs Prozent. Im europäischen Vergleich mit sechs Ländern – darunter Frankreich, Österreich und die Niederlande – schneiden deutsche Vermieter am besten ab, deutsche Selbstnutzer am schlechtesten.
Das schlägt sich in der Wohneigentumsquote nieder: 2022 lebten nur 44 Prozent der Deutschen im Eigentum – der niedrigste Wert in der gesamten EU, wo der Schnitt bei rund 70 Prozent liegt. IW-Experte Michael Voigtländer schlägt einen Grunderwerbsteuer-Freibetrag für Eigennutzer als Gegenmaßnahme vor.
IW-Studie: Eigenheimbesitzer zahlen bis zu 87.000 Euro mehr als Vermieter
Warum das wichtig ist
Wer gerade über einen Immobilienkauf nachdenkt, zahlt in Deutschland im Schnitt bis zu 87.000 Euro mehr Steuern als jemand, der dieselbe Wohnung vermietet.