Die Tarifrunde in der deutschen Metall- und Elektroindustrie hat begonnen. Betroffen sind 3,7 Millionen Beschäftigte in Branchen wie Automobil, Maschinenbau und Elektrotechnik. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Gewerkschaftschefin Christiane Benner nennt zwei Ziele: Inflation ausgleichen und Arbeitsplätze sichern. In wirtschaftlich starken Unternehmen sollen Beschäftigte zusätzlich am Gewinn beteiligt werden. Die Forderung liegt im historischen Vergleich im unteren Mittelfeld – bei der letzten Tarifrunde verlangte die IG Metall noch 7 Prozent, einigte sich dann aber auf 5,1 Prozent über 25 Monate.

Die Arbeitgeberseite lehnt Lohnerhöhungen ab. Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter verweist auf hunderttausende verlorene Industriearbeitsplätze und hohe Lohnkosten als Mitursache. Sein Ziel: Kosten senken statt Zuwächse verteilen. Einzelne Unternehmen gehen noch weiter – Mercedes-Benz forderte eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Die tariflich verankerte 35-Stunden-Woche steht dabei jedoch nicht zur Debatte.