Die G7-Staaten geben koordiniert 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel aus ihren Notfallreserven frei – das entspricht rund 15,9 Milliarden Litern. Die Freigabe beginnt sofort und läuft über vier Monate. Einen erheblichen Dieselanteil wollen die Länder bereits in den ersten 20 Tagen auf den Markt bringen. Koordiniert wird die Aktion über die Internationale Energieagentur (IEA).
Die Wirkung dürfte jedoch kurzfristig bleiben. Ökonomin Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft vergleicht die Maßnahme mit dem Tankrabatt: Sie könne vorübergehend abfedern, löse aber das grundlegende Problem nicht. Für dauerhaft niedrigere Preise brauche es eine Öffnung der Straße von Hormus – dort werden weiterhin Tanker beschossen, wichtige Raffinerien sind vom Weltmarkt abgeschnitten. Schon die Ankündigung der Freigabe ließ den Brent-Ölpreis vorübergehend unter 100 Dollar je Barrel fallen.
Hintergrund ist auch politischer Druck: US-Präsident Trump hatte die europäischen Partner zur Freigabe gedrängt und einen Diesel-Exportstopp angedroht – kurz vor den US-Kongresswahlen Anfang November. Die Grünen kritisieren die Entscheidung scharf als „politische Dummheit".
G7 geben 100 Millionen Barrel Öl frei – Entlastung bleibt begrenzt
Warum das wichtig ist
Autofahrer könnten kurzfristig etwas weniger für Diesel zahlen – wie stark die Preise an deutschen Tankstellen sinken, lässt sich derzeit noch nicht beziffern.