Zwei Drittel der freien Tankstellenbetreiber wollen die sogenannte 12-Uhr-Regel kippen. Das zeigt eine Umfrage des Branchenverbands bft, an der 132 Unternehmen mit mehr als 850 Tankstellen teilnahmen – rund ein Viertel der Verbandsmitglieder. Ein weiteres knappes Siebtel fordert zumindest eine grundlegende Überarbeitung.

Die 12-Uhr-Regel schreibt vor, dass Tankstellen Preiserhöhungen erst ab Mittag melden dürfen – gedacht als Schutz für Verbraucher. Doch der Verband sieht das Gegenteil: Kunden tankten vor zwölf Uhr und warteten danach, was künstliche Stoßzeiten erzeuge. Auch der ADAC kritisiert die Regelung als preistreibend, weil Mineralölkonzerne Risikoaufschläge einpreisten.

Dazu kommen technische Probleme: Nur 45,5 Prozent der befragten Betreiber können die Preisänderung vollständig automatisiert pünktlich um 12 Uhr umsetzen. Fast zwei Drittel berichten von zeitlichen Abweichungen zwischen ihren Systemen. Etwa jedes achte beteiligte Unternehmen wurde deshalb bereits von Behörden angeschrieben – zusammen melden sie mindestens 423 beanstandete Einzelvorgänge.