Die anhaltenden Proteste in Frankreich schlagen auf die Wirtschaft durch. Carrefour, eine der größten Supermarktketten des Landes, hat seine Jahresprognose gesenkt – direkt als Folge der Unruhen. Der Aktienkurs brach am Mittwoch um mehr als zehn Prozent ein.

Konkret heißt das: Der bereinigte Gewinn je Aktie – also der um Sondereffekte bereinigte Unternehmensgewinn pro Anteilsschein – soll 2026 nur noch stabil bleiben oder leicht steigen. Ursprünglich plante Carrefour mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Gleichzeitig kürzt der Konzern seine Investitionen in Frankreich um 100 Millionen Euro auf 1,6 Milliarden Euro. Hintergrund sind geschlossene Filialen und gestiegene Sicherheitskosten durch die Ausschreitungen.

Die Proteste entzündeten sich an hohen Lebenshaltungskosten und sozialer Ungleichheit. Hunderttausende Menschen demonstrierten am vergangenen Wochenende, teils kam es zu Plünderungen und Brandstiftungen. Präsident Macron verhängte örtliche Ausgangssperren. Die schwache Konsumstimmung, die bereits durch hohe Energie- und Lebensmittelpreise belastet war, verschärft sich dadurch weiter.