Indexfonds galten lange als Musterbeispiel unkomplizierter Geldanlage: kostengünstig, transparent und breit gestreut. Genau diese Eigenschaften machten ETFs zu einem der beliebtesten Produkte für den langfristigen Vermögensaufbau. Ein Sparplan auf einen breit diversifizierten Indexfonds reichte aus – viel Börsenwissen brauchte niemand.
Doch das Bild trübt sich. Weil der Preiskampf bei Standard-Produkten kaum noch Spielraum lässt, drängen immer komplexere ETFs auf den Markt. Sie versprechen höhere Ausschüttungen, setzen dafür aber auf Strategien, die Privatanleger nur schwer durchschauen können. Gleichzeitig bieten viele neuere ETFs – etwa Themen- oder Branchen-Fonds – keine echte Risikostreuung mehr: Einzelne Aktien oder Sektoren dominieren den Index, das Klumpenrisiko steigt.
Das Grundprinzip des ETF, nämlich breite Diversifikation bei niedrigen Kosten, gilt damit längst nicht mehr für alle Produkte. Wer einfach und sicher investieren will, muss heute genauer hinschauen als früher.
ETF-Industrie setzt ihr einfaches Erfolgsmodell aufs Spiel
Warum das wichtig ist
Wer einen ETF-Sparplan anlegt oder bestehende Positionen prüft, sollte konkret nachsehen, wie viele Unternehmen und Branchen im Index tatsächlich vertreten sind – ein einzelner Sektor oder wenige Großkonzerne können das Risiko deutlich erhöhen.