Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will 2027 neue Schulden von 203,7 Milliarden Euro aufnehmen – das wäre der zweithöchste Wert in der Geschichte der Bundesrepublik. Das Kabinett soll den Haushaltsentwurf am Montagnachmittag beschließen.

Die Gesamtsumme setzt sich zusammen aus 118,7 Milliarden Euro Nettokreditaufnahme im Kernhaushalt sowie zusätzlicher Verschuldung über zwei Sondervermögen – also rechtlich getrennte Töpfe außerhalb des regulären Etats – für Bundeswehr und Infrastruktur. Die Gesamtausgaben im Kernhaushalt betragen 555,4 Milliarden Euro. Für Verteidigung sind 109,7 Milliarden Euro vorgesehen; damit will die Regierung die Nato-Quote bis 2029 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigern. Gleichzeitig plant Klingbeil Sparmaßnahmen: Der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung sinkt um eine Milliarde Euro, und die Alkoholsteuer steigt um 20 Prozent. Außerdem soll das Wohngeld – ein staatlicher Zuschuss für einkommensschwache Mieter und Eigentümer – gekürzt werden, konkrete Beträge folgen in einem Haushaltsbegleitgesetz.