Der Wirtschaftsnobelpreis 2026 geht an die US-Amerikaner Robert E. Hall und Michael Woodford. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm zeichnet beide für „die mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung" aus – also dafür, wie Entscheidungen einzelner Haushalte und Unternehmen die gesamte Wirtschaft beeinflussen.

Hall, 83 Jahre alt, forscht an der Stanford University. Woodford, Jahrgang 1955, ist an der Columbia University tätig. Er erfuhr von der Auszeichnung in New York und sprach von einer „riesigen Ehre". Ihre Modelle werden heute von Zentralbanken und Regierungen weltweit genutzt, um Konjunkturschwankungen abzumildern. Woodford zeigte dabei, dass nicht nur aktuelle Zinsentscheidungen wirken, sondern auch die Erwartungen über den künftigen geldpolitischen Kurs – Glaubwürdigkeit der Zentralbanken ist deshalb entscheidend. Jury-Vorsitzender John Hassler betonte, die Forschung helfe, Schocks wie Energiekrisen oder abrupte Konsumveränderungen besser zu bewältigen.

Ifo-Präsident Clemens Fuest wertet die Auszeichnung als besonders zeitgemäß: Angesichts steigender Inflation und wachsenden Drucks auf die Unabhängigkeit von Zentralbanken liefere diese Forschung wichtige Grundlagen für die Wirtschaftspolitik.