Der deutsche Staat erhält in den kommenden Jahren deutlich weniger Geld als geplant. Der Arbeitskreis Steuerschätzung hat seine Prognosen nach unten korrigiert – Bund, Länder und Kommunen müssen bis 2030 mit 87,5 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen rechnen als noch im Herbst angenommen. Als Hauptgrund nennen Experten die schwächeren Wachstumserwartungen aufgrund des Iran-Kriegs.

Die aktuelle 170. Steuerschätzung zeigt konkrete Zahlen: Für 2026 erwarten die Fachleute Steuereinnahmen von 998,7 Milliarden Euro, für 2027 sind es 1.033,3 Milliarden Euro. In allen Jahren des Schätzzeitraums liegt die Prognose unter den Oktoberwerten. Der Arbeitskreis Steuerschätzung berücksichtigt dabei bereits alle bis Mai 2026 beschlossenen Steuerrechtsänderungen.

Die Mindereinnahmen treffen alle staatlichen Ebenen: Sowohl der Bund als auch Länder und Gemeinden müssen ihre Haushaltsplanungen anpassen. SPD-Chef Lars Klingbeil bestätigte die Zahlen und führte die Entwicklung direkt auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs zurück.