Zehn Jahre nach der Veröffentlichung der Panama Papers ziehen Experten eine ernüchternde Bilanz. Die 2016 von der Süddeutschen Zeitung und internationalen Medienpartnern enthüllten Dokumente deckten auf, wie Politiker, Prominente und Superreiche mithilfe einer Anwaltskanzlei Offshore-Strukturen zur Steuerhinterziehung nutzten. Die Enthüllungen zeigten systematische Verschleierungen fragwürdiger Vermögen über komplexe Konstruktionen in Steueroasen.

Obwohl sich in der Zwischenzeit rechtliche Regelungen geändert haben, beurteilen Fachleute den tatsächlichen Wandel als gering. Das grundlegende Geschäft mit Offshore-Strukturen läuft weitgehend unverändert weiter. Für deutsche Ermittlungsbehörden haben die damals geleakten Daten jedoch bis heute praktischen Wert. Steuerfahnder und Polizisten nutzen die Informationen weiterhin für ihre Arbeit gegen Wirtschaftskriminalität.

Die Panama Papers gelten als eines der größten Datenlecks der Geschichte und warfen ein Schlaglicht auf globale Steuervermeidungsstrategien. Trotz weltweiter Aufmerksamkeit und politischer Versprechen scheinen strukturelle Veränderungen im Kampf gegen Steuerflucht ausgeblieben zu sein.