Die deutsche Möbelindustrie steckt tiefer in der Krise als zuvor. Im ersten Halbjahr 2025 setzten die Hersteller 7,7 Milliarden Euro um – nominal 2,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das meldet der Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM) auf Basis vorläufiger amtlicher Zahlen.
Besonders hart trifft es Polstermöbel: Deren Umsatz brach um 10 Prozent ein, auch der Auftragseingang sank in diesem Segment um 10,5 Prozent. Auf dem deutschen Heimatmarkt schrumpfte das Geschäft sogar um 4,1 Prozent. Einziger Lichtblick sind Küchenmöbel, die ein Prozent mehr Umsatz und 0,9 Prozent mehr Aufträge verzeichneten. VDM-Geschäftsführer Jan Kurth nennt als Ursachen steigende Material-, Energie- und Lohnkosten, schwaches Konsumklima, einen stockenden Wohnungsbau sowie wachsenden internationalen Wettbewerbsdruck. Kaufkraft fließe zunehmend in Reisen und Freizeit statt in Einrichtung.
Die Lage ist kein kurzfristiges Phänomen: 2025 sinken die Erlöse bereits zum dritten Mal in Folge auf den niedrigsten Stand seit 2009. Zwischen 2023 und 2026 büßt die Branche damit rund 20 Prozent ihres Umsatzes ein. Kurth erwartet für dieses Jahr keine spürbare Erholung.
Möbelbranche verliert 2,7 Prozent Umsatz – Polstermöbel brechen ein
Warum das wichtig ist
Wer gerade eine Küche plant, findet möglicherweise günstigere Angebote – Möbel und Leuchten waren im Juli 2025 bereits 0,5 Prozent billiger als ein Jahr zuvor.