Die US-Banken haben ihr drittes Quartal mit gemischten Ergebnissen abgeschlossen: Gewinne stiegen, Analysten-Prognosen blieben aber unerreicht. JP Morgan erzielte einen Nettogewinn von 15,3 Milliarden Dollar – Analysten hatten 16,3 Milliarden erwartet. Goldman Sachs steigerte seinen Überschuss um rund ein Viertel gegenüber dem Vorjahr.
Haupttreiber war das Aktiengeschäft. Schwankende Märkte – ausgelöst durch Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed, steigende Ölpreise und einen Ausverkauf bei Chip-Werten – veranlassten Anleger zu starken Portfolioumschichtungen, von denen die Handelsabteilungen profitierten. Gleichzeitig bremste der Anleihehandel die Ergebnisse: Bei JP Morgan sanken die Erlöse aus festverzinslichen Wertpapieren – also Bonds mit festem Zinssatz – erstmals seit mehr als zwei Jahren, konkret um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Goldman Sachs verzeichnete in diesem Segment einen leichten Rückgang.
JP-Morgan-Chef Jamie Dimon verwies auf anhaltende Risiken: Haushaltsdefizite, hartnäckige Inflation und geopolitische Spannungen belasteten das Umfeld weiterhin. Die JP-Morgan-Aktie verlor daraufhin 2,3 Prozent an der New Yorker Börse.
JP Morgan und Goldman Sachs übertreffen Vorjahr, verpassen Erwartungen
Warum das wichtig ist
Wer Bankaktien im Depot hält, sollte wissen: JP Morgan fiel trotz Rekordquartal im Aktienhandel um 2,3 Prozent – weil Gewinne unter Erwartungen bleiben oft stärker bestraft werden als absolute Zahlen vermuten lassen.