Das deutsche Forschungszentrum Jülich hat Geschäfte mit einem Unternehmen gemacht, das zu dem russischen Oligarchen Andrej Melnitschenko gehört. Melnitschenko steht auf der EU-Sanktionsliste. Das renommierte Forschungszentrum, das zur Helmholtz-Gemeinschaft gehört und vom Bund finanziert wird, führte dennoch Arbeiten für das Unternehmen des sanktionierten Geschäftsmanns durch. Die Zusammenarbeit wirft Fragen zum Umgang deutscher Forschungseinrichtungen mit EU-Sanktionen auf. Melnitschenko ist Eigentümer des Chemiekonzerns EuroChem und wurde wegen seiner Verbindungen zum russischen Regime sanktioniert. Das bedeutet, dass seine Vermögenswerte in der EU eingefroren sind und Geschäfte mit ihm grundsätzlich untersagt sind. Wie es zu der Kooperation zwischen dem staatlich geförderten Forschungszentrum und dem Unternehmen des Oligarchen kommen konnte, ist noch unklar. Der Fall zeigt die Komplexität bei der Umsetzung von Sanktionsmaßnahmen in der deutschen Forschungslandschaft.