Im Mai beantragten 1.995 Unternehmen in Deutschland Insolvenz – das sind 2,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Erstmals seit Februar ging die Zahl damit zurück, wie das Statistische Bundesamt meldet. Gleichzeitig sanken auch die Verbraucherpleiten.

Von echter Entwarnung kann jedoch keine Rede sein. Von Januar bis Mai stieg die Gesamtzahl der Firmeninsolvenzen um knapp fünf Prozent auf 10.546 – so viele wie seit 2014 nicht mehr. Rein rechnerisch meldet in Deutschland alle 20 Minuten ein Betrieb Insolvenz an. Besonders hart trifft es Verkehr und Lagerei mit 57,2 Fällen je 10.000 Unternehmen, gefolgt vom Gastgewerbe (49,2) und dem Baugewerbe (44,0). DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov warnt: Das aktuelle Ausmaß müsse alarmieren, da hohe Arbeits-, Energie- und Bürokratiekosten an die Substanz gingen.

Der Verband der Insolvenzverwalter sieht die Lage differenzierter. VID-Vorsitzender Christoph Niering ordnet die Entwicklung als Ausdruck wirtschaftlichen Strukturwandels ein – veränderte Konsumgewohnheiten, Digitalisierung und höhere Finanzierungskosten zwängen Unternehmen zur Anpassung.