Die 21 Eurozone-Staaten haben bis zum 28. Oktober Zeit, Kandidaten für die Nachfolge von EZB-Direktorin Isabel Schnabel vorzuschlagen. Kyriakos Pierrakakis, Vorsitzender der Euro-Finanzminister, stellte diese Frist am Donnerstagabend. Der Druck kommt nicht von ungefähr: Schnabel verlässt die EZB früher als geplant.
Sie wechselt zum Internationalen Währungsfonds (IWF), wo sie ab dem 4. Januar 2027 die Abteilung Geld- und Kapitalmärkte leitet. Ihr Abgang bei der EZB wird offiziell am 3. Januar 2027 wirksam. Direktoriumsmitglieder ernennen die Staats- und Regierungschefs der Eurozone – normalerweise einzeln.
2027 stehen allerdings gleich drei Schlüsselposten zur Neubesetzung an: Neben Schnabels Stelle endet am 31. Mai 2027 die Amtszeit von Chefvolkswirt Philip Lane, und EZB-Präsidentin Christine Lagardes Mandat läuft bis zum 31. Oktober 2027. Deshalb liegt eine gemeinsame Paketlösung nahe, bei der alle drei Posten koordiniert vergeben werden.
EZB-Staaten müssen bis 28. Oktober Schnabel-Nachfolger benennen
Warum das wichtig ist
Die EZB steuert den Leitzins im Euroraum – wer die drei Schlüsselposten 2027 besetzt, beeinflusst direkt, wie teuer Kredite und Hypotheken für Millionen Europäer werden.