Die Berliner Linke macht die Vergesellschaftung von Wohnungskonzernen wie Vonovia zu einem zentralen Wahlkampfthema. Ihr Slogan: „Berlin bezahlbar machen." Dazu fordert die Partei neben der Vergesellschaftung auch einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen sowie günstigere ÖPNV-Tickets.

Mit diesen Forderungen trifft die Linke einen Nerv. Laut einer Umfrage des Instituts Infratest dimap glauben 37 Prozent der Berliner, dass die Linke am ehesten für bezahlbaren Wohnraum sorgen kann – ein deutlicher Vorsprung vor allen anderen Parteien. Bauexperte Matthias Günther widerspricht dem Enteignungsansatz jedoch grundsätzlich. Er hält eine Vergesellschaftung zwar für diskutabel, plädiert aber stattdessen für einen staatlichen Kauf des Konzerns – weil das wirtschaftlich sinnvoller sei.

Wie die Linke ihre umfangreichen Versprechen finanzieren will, bleibt umstritten. Im Gespräch ist unter anderem eine Steuer auf Luxusvillen, die in der Berliner Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird.