Der US-Aktienmarkt ist so konzentriert wie nie zuvor: Die zehn größten Unternehmen machen derzeit 35,7 Prozent des gesamten US-Marktes aus – rund sieben Prozentpunkte mehr als im Krisenjahr 1929. Das zeigen Daten des Analysehauses Morningstar.
Wer in klassische Welt-ETFs investiert, ist davon direkt betroffen. Solche Fonds gewichten Unternehmen nach ihrem Börsenwert – je teurer eine Aktie, desto größer ihr Anteil. Deshalb entfallen beim Industrieländerindex MSCI World aktuell mehr als 70 Prozent auf US-Titel. Auch breit gestreute Indizes wie der FTSE All World sind ähnlich aufgestellt.
Der Fondsanbieter Amundi reagiert darauf mit einem neuen Produkt: einem ETF, der Länder nicht nach Börsenwert, sondern nach Wirtschaftsleistung – dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) – gewichtet. Das senkt das Klumpenrisiko am US-Markt. Experten sehen in diesem Ansatz jedoch ebenfalls Schwächen und verweisen auf Alternativen.
Amundi startet BIP-gewichteten ETF – Lösung oder neues Problem?
Warum das wichtig ist
Wer einen Standard-ETF auf den MSCI World bespart, hat automatisch mehr als 70 Prozent seines Geldes in US-Aktien – ein Konzentrationsgrad, der historisch einmalig ist.