Der Chefökonom der ING Bank, Carsten Brzeski, erwartet aufgrund des Iran-Konflikts eine Inflationswelle im Sommer. Die Teuerungsrate könnte auf drei bis vier Prozent steigen, falls sich die Lage in der Region bald beruhigt. Ohne eine Entspannung drohen noch höhere Werte.

Der Konflikt wirkt sich bereits auf die Energiepreise aus. Brzeski sieht die aktuelle Waffenruhe als zu instabil an, um nachhaltig sinkende Spritpreise zu ermöglichen. Europa könnte daher länger unter erhöhten Energiekosten leiden als ursprünglich erwartet.

Die unsichere Lage stellt auch die Europäische Zentralbank vor Herausforderungen. Die EZB muss ihre Zinsstrategie an die veränderten Inflationsaussichten anpassen. Höhere Energiepreise durch geopolitische Spannungen erschweren die geldpolitischen Entscheidungen erheblich.

Brzeski betont, dass die Dauer und Intensität der Preissteigerungen stark von der weiteren Entwicklung im Iran abhängen. Eine schnelle Deeskalation könnte die Auswirkungen begrenzen, während anhaltende Spannungen zu längerfristigen Problemen führen würden.