Die Europäische Zentralbank hat im April ihre Leitzinsen unverändert gelassen. Für die kommende Sitzung im Juni rücken nun zwei entscheidende Faktoren in den Mittelpunkt der Diskussion. Zum einen belasten gestiegene Inflationsraten die Geldpolitik der EZB. Die Teuerung hat sich zuletzt wieder verstärkt, was den Druck auf die Notenbank erhöht. Zum anderen wirken sich geopolitische Spannungen auf die wirtschaftliche Lage aus. Insbesondere die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten beeinflussen die Einschätzung der Zentralbanker. EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir sieht eine Zinserhöhung im Juni bereits als nahezu unvermeidlich an. Die Kombination aus anhaltend hoher Inflation und den wirtschaftlichen Folgen internationaler Krisen stellt die Geldpolitiker vor schwierige Entscheidungen. Bundesbankpräsident Joachim Nagel hatte bereits signalisiert, dass diese beiden Entwicklungen maßgeblich für die weitere Zinspolitik sein werden. Die Juni-Sitzung der EZB wird zeigen, wie die Notenbank auf diese Herausforderungen reagiert.