Das Landgericht Bonn hat gegen den früheren Steueranwalt Hanno Berger eine Gesamtstrafe von zehn Jahren Gefängnis verhängt. Berger gilt als zentrale Figur im Cum-Ex-Skandal, dem größten Steuerskandal in der deutschen Geschichte. Das Gericht fasste mehrere Verurteilungen wegen schwerer Steuerhinterziehung zu dieser Gesamtstrafe zusammen.

Die verhängte Strafe ist die bislang höchste im gesamten Cum-Ex-Verfahren. Bei den Cum-Ex-Geschäften handelt es sich um komplexe Aktiendeals, bei denen sich Banken und Investoren Kapitalertragsteuer mehrfach erstatten ließen, obwohl sie nur einmal gezahlt worden war. Dadurch entstand dem deutschen Staat ein Milliardenschaden.

Berger war als Steueranwalt maßgeblich an der Entwicklung und Umsetzung dieser Geschäfte beteiligt. Seine Rolle als Drahtzieher und Schlüsselfigur des Skandals wurde in dem Verfahren bestätigt. Die Entscheidung des Bonner Landgerichts markiert einen wichtigen Schritt in der juristischen Aufarbeitung des Falls.